Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes mit Gästen und Ehrengast Dr. Manuel Lösel (vorne links)

Zum 43. Treffen mit Vereinen und Verbänden zum traditionellen Fischessen hatte der CDU Gemeindeverband Niedernhausen in das Gemeinschaftszentrum von Oberjosbach eingeladen. Kein Platz blieb frei - so viele Gäste wie nie waren gekommen. Der Vorsitzende des Gemeindeverbandes, Lothar Metternich, begrüßte die Besucher und änderte aus aktuellem Anlass den normalen Ablauf des Abends. Im Gedenken an die Opfer rechter Gewalt in Hanau, in Halle oder an den Mord von Walter Lübcke appellierte er an die Menschen, sich mit Toleranz und Weltoffenheit deutlich dem rechten Terror und Hass zu widersetzen. Es dürfe nicht sein, dass Rechtsradikale mit ihren Hasspredigten weiter die Gesellschaft vergiften. Gegen die Brandstifter mit verrohter Sprache und Geist des rechten Spektrums in der AfD, die den Terror verharmlosen, bereiteten den Boden für Gewalt vor. Dagegen sei es notwendig, sich zur Wehr zu setzen und klare Flagge zu zeigen. In einer Gedenkminute gedachte man der Opfer von Hanau.

Die Jugendmusikschule der Theißtalschule mit Eva-Maria Ebeling und das Vocal-Ensemble Le Courage mit ihrem Leiter Jay Hatch bildeten den musikalischen Rahmen des Abends, den der Staatssekretär Dr. Manuel Lösel aus dem Hessischen Kultusministerium mit seinem Gastvortrag eröffnete. Er drückte seinen besonderen Respekt und Würdigung über die Zahl von über 100 Vereinen und Organisationen in Niedernhausen aus, die zum allergrößten Teil von Ehrenamtlichen getragen werden. Die, wie er sagte, „den Laden am Laufen halten“. Nach einer Erhebung würden 1/3 aller Hessen - etwa 2 Millionen Menschen - irgendein Ehrenamt ausüben und damit, so dankte er, die Gesellschaft zusammenhalten. Diesem Ziel entspricht die Hessische Landesregierung mit einer wirkungsvollen Förderung - allein für den Sport werden jährlich ca. 60 Millionen € ausgegeben. Wir leben, so stellt der Staatssekretär fest, in einer „gefestigten“ Gesellschaft, in Wohlstand, in Frieden und als Land überaus beliebt in der Welt. Da sei es wichtig, zum Erhalt zusammenzustehen, seine Stimme erheben und nicht zuzulassen, dass Hetze gegen Andere im Land Platz greifen kann.
Dr. Manuel Lösel schilderte, wie entsetzt die Mitglieder der Landesregierung nach dem Mord an seinem Freund Walter Lübcke waren. Mit dem er gemeinsam in der Arbeit für die Flüchtlinge häufig über Lösungen für Unterbringung, Betreuung, gesundheitlicher Versorgung und Verpflegung diskutiert habe. Auch jetzt, in dem politisch gespaltenen Thüringen sei es für die CDU wichtig, sich eindeutig gegen den rechten und linken Rand abzugrenzen. Er sprach den Kampf gegen den Klimawandel an. Ihn aufzuhalten sei eine Aufgabe aller Gesellschaften. Die auch die Bildung und Berufsförderung zur Weiterentwicklung im Auge haben müssten. Allein in Hessen, so zählte er auf, gebe es 760.000 Schüler und Schülerinnen, die von 60.000 Lehrer/Innen unterrichtet würden. Allein in den Jahren 2015/16 habe Hessen ca. 80.000 junge Menschen in den Schulen aufgenommen, die kein Deutsch sprachen und für die ganze 12 LehrerInnen da gewesen seien. In einem „Modell Hessen“ wurden Tausende Lehrer/Innen für Deutsch-Intensivklassen fortgebildet - mit dem Ergebnis, dass bald 40.000 Schüler/Innen in die Regelklassen der Hessischen Schulen gehen konnten. Oder das Thema Inklusion, also gemeinsamer Unterricht mit behinderten Kindern. Hessen bleibt, so der Staatssekretär im Kultusministerium, bei der besonderen Förderung in Förderschulen, bevor die Kinder in die Regelklassen kommen können. Auch bliebe Hessen bei der Freiwilligkeit zur Ganztagsschule, über die die Schulen selbst entscheiden könnten. Das komme der nachmittäglichen „Freiheit“ der Schüler/Innen für Sport, Hobby´s oder privaten Freizeit entgegen. Er versicherte, dass auch künftig in Hessen größten Wert auf die Neueinstellung von Lehrkräften - insbesondere gut in der digitalen Welt ausgebildet - gelegt werde.

In einem engagierten und unzweideutigen Vortrag zur Bewahrung des Ehrenamtes nahm Lothar Metternich Stellung. Die 150 engagierten Menschen hier beim Fischessen zeigten doch, wie „für die Menschen in Niedernhausen angepackt“ werde. Und wie öde und inhaltslos die Gesellschaft ohne dieses „freiwillige Amt ohne Gegenleistung“ wäre. Er betonte, wie wichtig Vorbilder seien - immerhin sind 37% der 14- bis 24-Jährigen ehrenamtlich tätig. Keine „Null-Bockgeneration“ eben! Er stellte in Aussicht, dass die kommunalen Gremien derzeit einen Entwurf erarbeiten, der die Vereinsförderung durch die Gemeinde auf neue, der Zeit und den Umständen angepasste, Füße stellen werden.

Kein Verein, so Bürgermeister Joachim Reimann, würde sich heute vorstellen - es sei die Facebookgruppe „Nettes Niedernhausen“. Etwa 150 Facebookgruppen gäbe es in Niedernhausen, schilderte Jürgen Hartwich in teils Doppelmitgliedschaften und unterschiedlicher Stärke. „Nettes Niederhausen“ habe ca. 150 Mitglieder, die, obwohl nicht alle in Niedernhausen wohnhaft, sich mit den Menschen ihrer Gemeinde verbunden fühlen. Und das mit vielen Aktionen in der Vergangenheit auch gezeigt hätten. Auch im Jahr 2020 werde das so sein - unter anderen mit ihrem off-line-Präsidenten Friedel Dörr, wie er schmunzelte.

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